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Buchvorstellung & Gespräch: Meuterei auf der »Deutschland« 1918/19

mit dem Autor Klaus Dallmer
Di, 14. Mai um 19.30 Uhr

In der Buchvorstellung wird es um die Herausbildung der Arbeiter*innenbewegung gehen, aber auch um ihre “Integration in den deutschen Staat”. Dies analysiert der Autor Klaus Dallmer vor allem materialistisch. Ebenso wird ein kritischer Blick auf die Revolutionsereignisse geworfen. Interessant dürfte auch die Betrachtung der dann gespaltenen Arbeiter*innenbewegung bis zur Machtübergabe an die Nationalsozialisten sein.

Der Abend beginnt mit einem freien Vortrag von Klaus und geht dann in ein lockeres Gespräch in überschaubarer Runde über.

Schwerpunkte, die historischen Stoff für heutige Debatten liefern, sind beispielsweise das Verhältnis von radikalisierter Minderheit zu abwartender Mehrheit, oder die Tragweite der Analyse von Kräfteverhältnissen.

Meuterei auf der »Deutschland« 1918/19

Anpassung, Aufbäumen und Untergang der ersten deutschen Arbeiterbewegung

Die deutsche Sozialdemokratie passte sich zu Anfang des letzten Jahrhunderts der Expansionspolitik der herrschenden Klassen des Kaiserreichs mehr und mehr an, und schließlich ließ sie sich auch in deren Kriegskurs einbinden. Aus der Opposition gegen den Krieg und gegen die reformistische Anpassung der Sozialdemokratie ist in Generalstreiks und revolutionären Kämpfen die deutsche kommunistische Bewegung entstanden. Als Antwort auf die Verhältnisse in einem entwickelten Industrieland betonte sie die Eigenständigkeit der Massenbewegungen in Richtung zu einer demokratischen Machtergreifung und Machtausübung der Arbeiterklasse, und stand damit in diametralem Gegensatz zu der in Russland zur Macht gelangten hierarchischen Organisationsweise. Der deutsche Kommunismus scheiterte an der revolutionären Ungeduld und Empörung der radikalisierten Minderheit der Arbeiterschaft und an seiner Blendung durch das siegreiche russische Beispiel – die für Deutschland angemessene Vorgehensweise zur Überzeugung der Mehrheit konnte nur in
kurzen Episoden zum Tragen kommen. Die regierende Sozialdemokratie setzte den überwunden geglaubten Militarismus zur blutigen Niederschlagung der revolutionären Ansätze ein und vertiefte damit die Kluft zwischen den beiden Arbeiterparteien. Mit der Einigelung in der radikalen Selbstdarstellung, der Unterwürfi gkeit gegenüber den sowjetischen Eingriffen, der hierarchischen Unterdrückung der freien Diskussion warf die KPD ihre eigene Tradition über Bord und versagte vor ihrer historischen Aufgabe, eine gemeinsame Abwehrfront der Arbeiterklasse gegen den zur Macht strebenden Faschismus zu organisieren – durch Einheitsfrontangebote an die Sozialdemokratie, die dann dem Druck ihrer Mitglieder hätte nachgeben müssen, wäre das möglich gewesen.

Diese Buchvorstellung bildet den Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen, welche den “politischen Streik” als roten Faden begreift. Am Sonntag, den 19.05. um 17 Uhr findet deshalb am gleichen Ort ein offenes Treffen für alle an den Schriften Rosa Luxemburgs Interessierten statt.

Das 320 Seiten starke Anti-Geschichtsbuch liefert einen guten und dichten Überblick zur Arbeiter*innenbewegung in Deutschland und ist für Interessierte auch ohne besondere Vorkenntnisse oder akademischem Hintergrund empfehlenswert. Erschienen ist es Ende 2018 im Verlag Die Buchmacherei.

Erziehung & Bildung bei Gramsci

Einmaliges, d.h. außerhalb des Lesekreises stattfindendes Diskussionstreffen

Sonntag, 03.02.2019, 18 Uhr
Bildungskollektiv in der association ★ 14a

Wir wollen das Kapitel „Erziehung und Bildung“ (Text als PDF) aus dem Reader „Gramsci lesen – Einstiege in die Gefängnishefte“ gemeinsam diskutieren. Vorausgesetzt wird die Lektüre des Textes und ggf. eine entsprechende inhaltliche Vorbereitung.

Unser Vorschlag ist, den Schwerpunkt auf die Bereiche ‘Politik & Pädagogik’ sowie ‘Erwachsenenbildung’ oder unserethalben auch ‘Arbeiterbildung’ und weniger auf Gramscis Ausbildung zum allgemeinen Schulsystem zu legen. Hier dürften sich eher Anknüpfungspunkte für die jeweils eigene Praxis bzw. für eine (selbst)kritische Reflexion derselben finden lassen.

Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens könnte eine inhaltliche und methodische Reflexion sein, die auf die Frage abzielt, wie ein Gramsci-Lesekreis auf Basis des Readers gestaltet werden sollte. Sollte Interesse bestehen, an einem solchen Lesekreis zu einem späteren Termin in 2019 teilzunehmen, so könnten wir über weitere vorbereitende Schritte oder ‘Workshops’ o.ä. diskutieren.

Notwendigerweise werden bei der Lektüre einige inhaltliche und begriffliche Probleme (Hegemonie, integraler Staat, Intellektuelle usw.) auftauchen, die wir an diesem einen Abend nicht erschöpfend werden klären können. Das würde letztlich eine weitergehende Auseinandersetzung mit den Gefängnisheften erfordern, worüber wir wiederum, wie gesagt, auch an diesem Abend reden können.

Wenn ihr teilnehmen wollt, bitten wir – einerseits aus organisatorischen Gründen, andererseits wegen beschränkter Sitzgelegenheiten – bis Ende Januar 2019 um eine kurze Mail an grrr@association14a.org

Konzert

am Sa. 19.01.2019 um 21 Uhr
im Trixta (Schlesisches Tor)

Soliparty des Ladenkollektivs association 14a

Der charmante Nachbarschaftsladen am Heinrichplatz lädt am Samstag, den 19.01.2019 in den Trixta.

Anlass der Party ist zum einen unsere akute finanzielle Situation, aber viel wichtiger ist uns, mit zwei neu ins Kollektiv kommenden und einer austretenden Gruppe unseren “Strukturwechsel” mal richtig zu Feiern.

Einlass ist ab 21 Uhr. Das Konzert beginnt mit “The Hunting Cows” relativ pünktlich um 22 Uhr. Danach beglückt uns “QUENTZ” mit Technopunk, Syntiepop & Edeltrash.

Zu den DJanes 13xx, Krokodil, HOPelinga und Tiefgarage wird dann bis in den Morgengrauen das Tanzbein geschwungen.

Wir sehen uns – Bring your friends

Lesekreis zum Einstieg in Antonio Gramscis ‘Gefängnishefte’

Beginn: So, 14.10.2018, 20 Uhr
Bildungskollektiv in der association ★ 14a

Hegemonie, Klasse, Subalterne, Ideologie, Kultur, Philosophie der Praxis?

Textgrundlage ist “Gramsci lesen – Einstiege in die Gefängnishefte” (2013, Argument Verlag). Vorkenntnisse sind nicht nötig.

Die Treffen sind ohne Teamer_innen und wöchentlich geplant sowie auf eine Dauer von ca 2 Std. angelegt. Als Leserhythmus bietet sich an, ein Kapitel aus der Lektüre über einen Zeitraum von zwei Wochen zu bearbeiten. Grundsätzlich möchten wir den Lesekreis bis Ostern 2019 abschließen.

Ein erstes Vorbereitungs-, Einstiegs- und Kennenlerntreffen findet am Sonntag, den 14.10.2018 um 20 Uhr in der association ★ 14a / müßiggang statt. Die Leseabende beginnen dann voraussichtlich am 21.10.

Bei Interesse würden wir um eine kurze Rückmeldung unter grrr@association14a.org bitten.