Buchvorstellung & Gespräch

mit einem der Herausgeber*innen: Ralf Hoffrogge
Mi, 10. Juli um 19.30 Uhr
association ★ 14a / Second-Hand Buchladen Müßiggang
Oranienstraße 14a (am Heinrichplatz)

Allgemeiner Kongress der Arbeiter- und Soldatenräte Deutschlands.

16.- 20. Dezember 1918 Berlin – Stenografische Berichte

In der Buchvorstellung werden Entstehung, Wirken und Grenzen des Reichsrätekongresses von 1918 beleuchtet. Dies wird, auf die Protokolle bezogen, nachgezeichnet.

Vom 16. bis 20. Dezember 1918 trafen sich im Berliner Abgeordnetenhaus Delegierte aller deutschen Arbeiter- und Soldatenräte erstmals zu einem Kongress. Nach dem Sturz des Kaisertums am 9. November 1918 lag die Zukunft der deutschen Republik in den Händen dieses „Reichsrätekongresses”.

Ob Rätesystem oder Nationalversammlung, baldige Wahlen oder Konsolidierung der Revolution, Volksheer oder Reichswehr, Sozialisierung oder Marktwirtschaft: die Entscheidungen der Delegierten konnten kaum weitreichender sein. Sie lösten große Erwartungen und heftige Verbitterung aus. Es ging um Sein oder Nichtsein der „Sozialistischen Republik Deutschlands”.

Der Abend beginnt mit einem Vortrag von Ralf und geht dann in eine lockere Diskussion in überschaubarer Runde über.

  • Wie sah die soziale, politische und geschlechtliche Zusammensetzung aus – welche Grenzen ergaben sich daraus?
  • Was war die reale Machtbasis der Räte?
  • Welchen Stellenwert hatte die Sozialisierungsdebatte?
  • Und wie verhält es sich mit den Beschränkungen von spontan entstehenden Rätestrukturen?

Fragen, die für heutige Dabatten um Organisierung (betrieblich oder im Wohnumfeld) relevant sein könnten, finden an diesem Abend einen festen Platz. Wir wollen versuchen, in der Geschichte Kristalisationspunkte zu finden, welche heute oder in Zukunft eine gewisse Relevanz besitzen.

Modelle sind nie übertragbar, vor allem nicht schematisch als Blaupause – die Frage wäre dann eher, was man trotzdem aus der Rätebewegung lernen kann – und da wären wir bei grundsätzlichen Debatten über Sozialismuskonzeptionen…

Zum 100. Jahrestag liegt dieses Schlüsseldokument zur Geburt der Weimarer Republik erstmals nicht mehr in Fraktur, sondern in lateinischen Lettern vor. Es ist damit zugänglich für eine neue Generation von Leserinnen und Lesern – eine unentbehrliche Ressource für Studium, Forschung, Lehre und Unterricht.

Erschienen ist es Ende 2018 im Verlag Die Buchmacherei. Eine Kritik gibt es hier: [Link]