Tägliche Archive: 29. Juni 2019

2 Beiträge

Massenstreik, Partei und Gewerkschaften

ab Sonntag 07. Juli 2019, 18 Uhr
Ort: association ★ 14a
Kontakt: abv@association14a.org

Diskussionszyklus: Rosa Luxemburg

In den Monaten Juni und Juli wollen wir uns in entspannter Atmosphäre einigen Schriften Rosa Luxemburgs annähern. Vertiefungen sind dann bei Interesse ab Herbst geplant. Die Treffen vor dem Sommer sind auf ca. 2 Std. angelegt und so gestaltet, dass eine Teilnahme jederzeit – kontinuierlich oder nur punktuell – möglich ist. Vorkenntnisse braucht es keine und Teamer*innen gibt es (wie immer) bei uns auch nicht.

Im Juni wurde bereits die Schrift Sozialreform und Revolution behandelt. So manche Begriffe boten einige Schwierigkeiten (aufgrund unserer geringen Vorkenntnisse). In solidarischer Atmosphäre gelang es, sich diesen – aus durchaus verschiedenen Perspektiven – anzunähern und auf heutige Debatten und die eigene Realitäten zu beziehen. Im Juli geht es dann um den Text Massenstreik, Partei und Gewerkschaften.

Juli: Massenstreik, Partei und Gewerkschaften

Der Streik spielt in historischen Debatten und den strategischen Perspektiven emanzipatorischer Bewegungen (wieder) eine größere Rolle.

Am 8. März 1917 leiteten die streikenden Arbeiterinnen Petrograds die russische Revolution ein. Der Generalstreik von 1920 ließ den faschistischen Kapp-Putsch ins Leere laufen. Und für den 27. September 2019 rufen Fridays for Future für eine Ausweitung des Schüler*innen- hin zu einem Generalstreik auf – weltweit.

Durch die Lektüre von Rosa Luxemburgs Schrift Massenstreik, Partei und Gewerkschaften versuchen wir ein wenig Licht ins Dunkel der Verhältnisse von Streik – Bewegung – Organisierung zu bringen.

Einige Begriffe und Grundlagen der Broschüre von 1906 werden notgedrungen unklar bleiben. Einige gesellschaftliche Verhältnisse stellen sich heute u.U. ganz anders dar. Vielleicht kann eine Reflexion darauf helfen, den Mythos “Generalstreik” kritisch zu beleuchten und einige – der heutigen Bewegung angemessene – Fragen zu entwickeln.

s. auch Beitrag von Torsten Bewernitz (u.a. Autor von Syndikalismus und Neue Klassenpolitik) in der Direkten Aktion vom 12. Juni 2013.

Zum ersten Treffen am 07. Juli bitten wir euch, Kapitel I -IV der Broschüre gelesen zu haben. Wie weit wir dann diskutieren, entscheidet sich dann.

voraussichtliche Diskussionstreffen:
So, 07. Juli 18 Uhr: Kapitel I und II
So, 14. Juli 18 Uhr: Kapitel III und IV
So, 21. Juli 18 Uhr: Kapitel V und VI
So, 28. Juli 18 Uhr: Kapitel VII und VIII

Die Broschüre gibt es hier als PDF und in gedruckter und gebundener Form im Buchladen Müßiggang (ab voraussichtlich 03.07.)

Buchvorstellung & Gespräch

mit einem der Herausgeber*innen: Ralf Hoffrogge
Mi, 10. Juli um 19.30 Uhr
association ★ 14a / Second-Hand Buchladen Müßiggang
Oranienstraße 14a (am Heinrichplatz)

Allgemeiner Kongress der Arbeiter- und Soldatenräte Deutschlands.

16.- 20. Dezember 1918 Berlin – Stenografische Berichte

In der Buchvorstellung werden Entstehung, Wirken und Grenzen des Reichsrätekongresses von 1918 beleuchtet. Dies wird, auf die Protokolle bezogen, nachgezeichnet.

Vom 16. bis 20. Dezember 1918 trafen sich im Berliner Abgeordnetenhaus Delegierte aller deutschen Arbeiter- und Soldatenräte erstmals zu einem Kongress. Nach dem Sturz des Kaisertums am 9. November 1918 lag die Zukunft der deutschen Republik in den Händen dieses „Reichsrätekongresses”.

Ob Rätesystem oder Nationalversammlung, baldige Wahlen oder Konsolidierung der Revolution, Volksheer oder Reichswehr, Sozialisierung oder Marktwirtschaft: die Entscheidungen der Delegierten konnten kaum weitreichender sein. Sie lösten große Erwartungen und heftige Verbitterung aus. Es ging um Sein oder Nichtsein der „Sozialistischen Republik Deutschlands”.

Der Abend beginnt mit einem Vortrag von Ralf und geht dann in eine lockere Diskussion in überschaubarer Runde über.

  • Wie sah die soziale, politische und geschlechtliche Zusammensetzung aus – welche Grenzen ergaben sich daraus?
  • Was war die reale Machtbasis der Räte?
  • Welchen Stellenwert hatte die Sozialisierungsdebatte?
  • Und wie verhält es sich mit den Beschränkungen von spontan entstehenden Rätestrukturen?

Fragen, die für heutige Dabatten um Organisierung (betrieblich oder im Wohnumfeld) relevant sein könnten, finden an diesem Abend einen festen Platz. Wir wollen versuchen, in der Geschichte Kristalisationspunkte zu finden, welche heute oder in Zukunft eine gewisse Relevanz besitzen.

Modelle sind nie übertragbar, vor allem nicht schematisch als Blaupause – die Frage wäre dann eher, was man trotzdem aus der Rätebewegung lernen kann – und da wären wir bei grundsätzlichen Debatten über Sozialismuskonzeptionen…

Zum 100. Jahrestag liegt dieses Schlüsseldokument zur Geburt der Weimarer Republik erstmals nicht mehr in Fraktur, sondern in lateinischen Lettern vor. Es ist damit zugänglich für eine neue Generation von Leserinnen und Lesern – eine unentbehrliche Ressource für Studium, Forschung, Lehre und Unterricht.

Erschienen ist es Ende 2018 im Verlag Die Buchmacherei. Eine Kritik gibt es hier: [Link]